Falls Sie
Universal- oder Gemüseerde kaufen, achten Sie doch bitte auf torffreie Substrate. Leider wird im Hobbygartenbau immer noch sehr viel torfhaltige Gartenerde verwendet. Bei konventionellen Erden kann von Torfanteilen bis zu 80 Prozent ausgegangen werden. Dabei gibt es durchaus
torffreie Alternativen. Es wäre doch schade, wenn wir mit der Kartoffelaktion einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten und damit gleichzeitig andernorts durch unbedachten Einkauf Moore zerstören.
Wenn Sie Kompost zur Hand haben, können Sie diesen unter die Erde mischen (im Verhältnis zwei Drittel Erde, ein Drittel Kompost). Verwenden Sie keinen reinen Kompost, sonst „verbrennen“ die Erdäpfel. Manch urbane Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner haben ihren eigenen Wurmkompost. Dieser kann natürlich auch verwendet werden, aber auch hier gilt: niemals pur, sondern davor immer mit Erde vermischen.
Wenn kein Kompost vorhanden ist, kann beim Anpflanzen ein Düngemittel in die Erde eingearbeitet werden. Wir empfehlen hierfür einen organischen Bio-Langzeitdünger. Da die Kartoffel mit der Tomate verwandt ist, kann beispielsweise auch ein Tomatendünger verwendet werden.
Hornspäne werden häufig empfohlen und oft benutzt. Der Knackpunkt daran ist, dass diese aus der Massentierhaltung stammen und oft einen erheblichen Anteil an Medikamentenrückständen und Hormonen beinhalten. Allerdings sind Hornspäne immer noch besser als Kunstdünger, die den Bodenlebewesen schaden und bei denen die Gefahr der Überdüngung gegeben ist. Wie so oft im Leben: Es ist mitunter vertrackt und gar nicht so leicht, alle Konsequenzen einer Entscheidung zu beachten.
Eine Alternative kann Schafwolle sein. Diese hat, was den Stickstoff- und Kaliumwert anbelangt, eine ähnliche Zusammensetzung wie Hornspäne. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Wolle viel Wasser speichern kann. Da der Marktwert für Schafwolle heutzutage sehr niedrig ist, muss Wolle teilweise sogar entsorgt werden. Von daher bietet sich eine alternative Nutzung als Langzeitdünger geradezu an. Genutzt werden kann die ungewaschene Wolle, die direkt beim Schäfer angefragt werden kann. Eine Handvoll Wolle wird etwas auseinandergezupft und in die Pflanzfurche gelegt. Die Kartoffel kann dann direkt auf die Wolle gelegt werden. Mittlerweile gibt es auch Schafwollpellets zu kaufen.