Der Lamahirte und die Kartoffel

In zahlreichen Kulturen und auf allen Kontinenten gibt es Erzählungen über eine Sintflut - in der Bibel ist es die Geschichte der Arche Noah. Die Amyará, eine indigene Bevölkerungsgruppe im Süden Perus, kennt eine ähnliche mythologische Geschichte. Dabei ist es die Kartoffel, die das Überleben der Menschheit sichert.

 
In der Zeit der Sintflut regnete es Tag und Nacht. Es regnete so lange, bis das ganze Land von Wasser bedeckt war. Die Pflanzen, die Tiere und auch die Menschen ertranken in den Wasserfluten. Nur ein einfacher und guter Lamahirte schaffte es, sich auf einen Holzblock zu retten. In seiner Tasche hatte er Kartoffeln dabei. Der Sonnengott Inti hatte die Kartoffel vor langer Zeit erschaffen. Und Pachamama, die Mutter Erde, brachte sie zu den Menschen. Der Lamahirte wartete auf das Ende des Regens und aß Kartoffeln. Als der Regen vorbei war, pflanzte der Hirte die restlichen Kartoffel auf dem Berg Sankari. Danach wuchsen auch alle anderen Pflanzen wieder. Und die Menschen konnten sich von ihnen ernähren und bekamen durch die Pflanzen Kraft.
 
frei nacherzählt
nachzulesen in dem Buch "So nährten sich die Inkas" von Armin Bollinger.