Antonia auf Spurensuche: Celendín und Umgebung
Antonia Pinheiro macht derzeit ihren Weltkirchlichen Friedensdienst im Norden Perus. Sie arbeitet dort im ökologischen Landwirtschaftsprojekt „Vida en abundancia“ – Leben in Fülle mit. Für unsere Kartoffelaktion macht sie sich auf Spurensuche und spricht mit Bäuerinnen und Bauern über ihren Alltag und die Bedeutung der Kartoffel in deren Leben.
Antonia lebt derzeit in Celendín im Norden Perus. Celendín liegt 2.600 Meter hoch und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, einer Hochebene der nördlichen Anden. Die Stadt selbst wurde von den spanischen Eroberern gegründet, was noch heute an dem charakteristischen Schachbrettgrundriss der Straßen zu erkennen ist. Das Zentrum dieser planmäßig angelegten Städte bildet meist die Plaza Mayor, ein zentraler Platz, der quadratisch angelegt ist. Gleich daneben finden sich repräsentative Bauten, wie die Kirche, das Rathaus oder auch die Schule.
Die Umgebung von Celendín ist sehr ländlich geprägt. 80% der Bevölkerung leben auf dem Land und sind hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig. Den Kleinbauern stehen dabei nur kleine Landflächen (im Durchschnitt 1,2 ha) zur Verfügung, da der Boden im Lauf der Zeit zunehmend unterteilt wurde. Der Großteil der Flächen wird nicht mechanisch bewirtschaftet, die Landwirtschaft ist also sehr arbeitsintensiv. Die meisten Kleinbauern haben weder Zugang zu technischen Geräten noch zu effizienten Bewässerungstechnologien. Angebaut wird deshalb in Form des Trockenanbaus. Das bedeutet, dass die Bäuerinnen und Bauern auf den Regen angewiesen sind.
Angebaut wird eine Vielzahl an Produkten: Kartoffeln, Alfalfa (als Tierfutter), verschiedene Maissorten, Getreide und Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen. Die Ernte dient überwiegend dem Eigenbedarf der Familien, die Überschüsse werden auf den lokalen Märkten verkauft.
Die landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen vor allem in den Tälern und den niedrigeren Höhenlagen. In den höheren Lagen finden sich oft Moorgebiete, die extensiv mit Schafen und Rindern bewirtschaftet werden. Gleichzeitig spielen diese Gebiete durch das natürliche Filtersystem des Bodens eine große Bedeutung für die Wasserqualität der Region. Bedroht wird dieses Ökosystem durch das internationale Bergbauprojekt Conga. Der Bergbau führt nicht nur zu einer Konatminierung von Boden und Wasser, sondern verschärft auch die Verteilungskonflikte über Land und Wasser massiv.




